Roger Wardin
„Die Geister über den Wassern“
Malerei, Arbeiten auf Papier
September 2015

Roger Wardin – Die Geister über den Wassern
Malerei und Arbeiten auf Papier/Painting and works on paper

12. September – 17. Oktober 2015/September 12 – October 17, 2015

Vernissage/Private View: 11. September 2015 von 19-21 Uhr/September 11, 2015, 19-21

Zur BERLIN ART WEEK: Ausstellungsrundgang mit Roger Wardin am Freitag, dem 18. September 2015 um 18.30 Uhr

On the occasion of the BERLIN ART WEEK an exhibition tour with Roger Wardin takes place on Friday, September 18, 2015 at 18.30

Roger Wardin – Die Geister über den Wassern

C_K-7387 (2)
Roger Wardin, Goldilocks, 2015Acryl, Öl, NaCl, Saccharin, Holz, Plastik, Papier auf Leinwand/acrylic, oil, NaCl, saccharin, wood, plastic, paper on canvas,150 x 120 cm
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Info

In Anlehnung an das Goethe Gedicht „Gesang der Geister über den Wassern“ zeigen wir in einer Einzelausstellung aktuelle Malerei und Arbeiten auf Papier von Roger Wardin. Die ambivalenten und geheimnisvollen Kräfte, die Goethe besingt, sind auch das Leitmotiv der präsentierten Werke.

Wardin, 1971 in Berlin geboren, studierte zunächst an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Immendorff, wechselte dann an die UdK Berlin und schloss sein Studium hier 2001 als Meisterschüler ab. Er entwickelte eine eigenwillige malerische Handschrift, die sich durch ein Zusammenspiel von Öl, Acryl, Lack und Spray, Übermalungen und Verwischungen auszeichnet. Dem Experiment und Zufallsprozessen zugewandt, erweitert er in seinen aktuellen Bildern sein künstlerisches Repertoire um Salz, Zucker, Asche, Ginster, Haarsträhnen, Sand, Tonerde, Stofffetzen und Atelierstaub. Aufgetragen in überlappenden Schichten entsteht ein archaisierendes und spannungsreiches Materialgemisch. Landschaften, Architekturen, Porträts werden in diesen malerischen Prozessen zersetzt und in unterschiedlichem Maße in abstrakte Farbflächen aufgelöst. Neben großformatiger Malerei zeigen wir in einer installativen Gesamtpräsentation kleinformatige Bilder und Fotografien, in die Wardin mit einem Garn Linien legt als wären sie gezeichnet. Er kombiniert diese Arbeiten mit Fundstücken wie ausgestopften Vögeln, getrockneten Pflanzenblättern, Rinden etc. Der Künstler führt damit einen erstmalig 2013 in der Ausstellung im Kunstverein Duisburg entwickelten Gedanken weiter, einen brodelnden Gesamtkosmos aus vielen sich widersprechenden und ergänzenden Elementen zu gestalten.

Die düstere Farbigkeit seiner Werke, in den aktuellen Arbeiten häufig auf schwarz-weiß reduziert, bekennt sich zu einem Erforschen der Existenzgesetze im Dunklen und in ungesicherten Tiefen. Am Ende ist dies aber kein Zeichen von Nihilismus, sondern wie bei Goethe ein Blick in das Wechselspiel der glatten See und des unmutigen Schäumens und Stürzens zugleich.

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