Zum Tod von A.R. Penck
Mai 2017

Gedanken zum Tod A. R. Pencks

Prinzip Kunst

Prinzip Verstand

Prinzip Menschlichkeit

Wenige Tage nach A. R. Pencks Tod dominiert Traurigkeit und Sprachlosigkeit. Was für ein unfassbarer Verlust.

Ich nehme sein Skizzenbuch „Prinzip“ von 1970 im Reprint von 1992 aus dem Regal und lese:

„Der Universalkomplex enthält die möglichen Principien. Die Überschau über den Universalkomplex ist Bewußtsein. Dieses Bewußtsein ermöglicht die Freiheit des Menschen. Bewußtsein ermöglicht den Frieden der Welt.“

Man möchte diese Sätze über den gesamten Erdball schütten.

Ich lese in meinem damaligen Vorwort: „…. Doch die vornehmlich strukturbezogene Vorgehensweise wird von einer Vitalität begleitet, die die abstrakte und disziplinierte Analyse für den Betrachter so spannend macht. Denn hier wird nicht um der Analyse willen theoretisiert und schematisiert, sondern um des Menschen willen. Ein Befreiungskampf scheint stattzufinden, in dem die Möglichkeit des geistigen Überlebens eines Individuums innerhalb eines Systems erforscht wird. ….Somit kann das Buch Prinzip für den Rezipienten auch zu einem Prinzip Hoffnung werden.

Aber: ‚Die Qualität  der Schlußfolgerungen ist abhängig von der Gehirnqualität des Betrachters‘.“ (A.R.Penck, 24.11.1982)

Das Buch wird bis auf weiteres aufgeschlagen auf meinem Wohnzimmertisch bleiben. Seine künstlerische Größe, sein scharfer Verstand und seine Menschlichkeit bleiben.