Andreas Amrhein, Tim Ernst, Thomas Fischer, Roland Stratmann
„Voyage, Voyage“
Juli 2015

Andreas Amrhein, Tim Ernst, Thomas Fischer, Roland Stratmann – Voyage, Voyage
Malerei und Arbeiten auf Papier / paintings and works on paper
25. Juli – 5. September 2015/July 25 – September 5, 2015

Vernissage/Private View: 24. Juni 2015 von 19-21 Uhr/July 24, 2015, 19-21

Sommeröffnungszeiten im August / opening times in August: Di.-Sa. 14.00-18.00 Uhr/ tue-sat 14:00-18:00

Einladung - Andreas Amrhein, Tim Ernst, Thomas Fischer, Roland Stratmann – Voyage, Voyage

Andreas Amrhein, Dead Mule Canyon, 2015, Acryl auf Papier /
acrylic on paper, 70 x 50 cm
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Info

„Voyage, voyage“ vereint Malerei und Arbeiten auf Papier zum Thema Reisen. In dem internationalen Hit aus dem Jahr 1986, dem der Ausstellungstitel entlehnt ist, klingen viele exotische Reiseziele an, doch geht es letztlich um die grenzenlose Freiheit der Gedanken und Träume. Regiert in dem Lied eine die Wirklichkeit ausklammernde Lebens-freude, prallen in den Arbeiten der vier Künstler Traum und Wirklichkeit, Ferienidylle und Heimatverbundenheit auf-einander. Klischeevorstellungen von Urlaub werden entlarvt. Bleibt am Ende die Erkenntnis, dass es Zuhause doch am schönsten ist und wir das Fremde, Andersartige gar nicht an uns heranlassen (wollen)?

Andreas Amrhein (geb. 1962, Studium an der UdK Berlin) vermixt die Werbeslogans und Topoi unserer globalisierten Welt in seinen Arbeiten ironisch verfremdend miteinander und entlarvt den Kern unserer Konsum- und Unterhaltungswelt als letztlich überall gleich. Als scharfsinniger Beobachter begibt er sich zum einen auf Zeitreisen, zum anderen auf Reisen an exotisch-banale Orte, um beides in einem eigenwilligen Reisebericht zu vereinen. Formal vollzieht sich der Spannungsbogen in seiner Acrylmalerei auf Papier und in seinen Radierungen zwischen zarter und akribischer Linienführung und Verschütten der Farbe auf das Blatt.

Tim Ernst (geb. 1977, Studium an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe) nimmt uns mit auf Ballon-fahrten. Paradoxerweise zeigt er uns die Welt nicht von oben, sondern aus starker Untersicht: Er rückt den Ballon selbst und die mit ihm Reisenden ins Zentrum seiner perspektivisch-verzerrten Malereien, die sich durch plastische Elemente über den Bildträger hinaus entwickeln. Seine Lust am Absurden und Fantastischen bricht sich Bahn in skurrilen Szenen. Der Traum der Menschheitsgeschichte vom Fliegen oder der Abschied, mit dem jede Reise verbunden bleibt, lassen uns sehnsüchtig nach oben blicken.

Thomas Fischer (geb.1964, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf) isoliert und fragmentiert in seiner Malerei auf sperrigen Oberflächen Objekte und Landschaften. Die vermeintliche Idylle einer Berg- und Seenlandschaft transformiert er zu einer spröden Anordnung von Strukturen. Taugt sie als Ort eines individuellen Zugangs? Aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgenommen, wirken die vermeintlichen Urlaubsvorstellungen entfremdet und versachlicht. Im Vorfeld zur Malerei entstehen Sondierungsfotos, in denen ein Ausschnitt aus der Wirklichkeit festgehalten wird.

Roland Stratmann (geb. 1964, Studium an der UdK Berlin) schafft mit gelaufenen Ansichtskarten aus aller Welt, die er ersteigert und thematisch archiviert, „PostCuts“ und großformatige Papierarbeiten, die uns ungewöhn-liche Einblicke und Einsichten ermöglichen. Durch einen Einschnitt mit dem Skalpell, der zur Zeichenlinie wird (PostCuts), der Anordnung und Übermalung der Textseiten der Postkarten, die zu großartigen (Gesellschafts-)Bildern werden, versetzt er uns z. B. nach Frankreich und Südafrika. Grußworte lassen tief blicken und decken Kuriositäten auf: Die Eindrücke auf Reisen sind derart umwerfend, dass man im Hotel lieber vor dem Fernseher sitzt.

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