{"id":6810,"date":"2019-01-08T13:25:16","date_gmt":"2019-01-08T12:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/cundkgalerie.de\/?p=6810\/"},"modified":"2021-03-18T17:28:58","modified_gmt":"2021-03-18T16:28:58","slug":"januar-2019dat-bild-is-jutbr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/januar-2019dat-bild-is-jutbr\/","title":{"rendered":"DAT BILD IS JUT<br>JANUAR 2019"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dat Bild is jut<\/strong><\/p>\n<p>Auf meinem Schreibtisch liegen noch zwei Artikel vom November des alten Jahres, die ich zur\u00fcckgelegt hatte, um sie erneut in Ruhe zu lesen. Die hier zum Ausdruck kommenden Haltungen k\u00f6nnten unterschiedlicher nicht sein und sie zeigen, wie extrem das Pendel bei der Auffassung \u00fcber Kunst in unterschiedlichste Richtungen ausschlagen kann.<\/p>\n<p>Bereits die \u00dcberschrift des Artikels \u201e Dat Bild is jut \u201c (1) von Karlheinz Schmid anl\u00e4sslich des 100j\u00e4hrigen Geburtstags des Galeristen Alfred Schmela l\u00e4sst mich melancholisch werden. Dazu kommt das schwarz-wei\u00df Foto, auf dem Schmela mit Rauschebart, Halbglatze und randloser Brille aussieht wie ein Alt 68er, in die Jahre gekommen, dennoch \u00e4u\u00dferlich v\u00f6llig unver\u00e4ndert. Er erinnert mich an einen Kreuzberger Antiquar, der selbst mit 80 zwischen dicken B\u00fccherstapeln sitzt, um \u00fcber die Runden zu kommen. Schmela allerdings musste sich nicht mit pekuni\u00e4ren Sorgen qu\u00e4len. Karlheinz Schmid huldigt einer Autorit\u00e4t, die sich hinsichtlich Qualit\u00e4t komplett aufs eigene Gef\u00fchl verlie\u00df, nicht endlos argumentierte bei einem Verkaufsgespr\u00e4ch,\u00a0 sondern ein schlichtes aber bestimmtes: \u201eDat Bild is jut\u201c in den Raum warf. Ich stelle mir diesen Satz heute gesprochen vor, z.B. auf einer Glamourmesse wie der Art Basel Miami Beach, das w\u00e4re geradezu anarchistisch! Ich denke auch an die hochverklausulierten, mit Fremdw\u00f6rtern gespickten Begleittexte zu mancher Ausstellung. Am liebsten w\u00fcrde ich die Pressemitteilung f\u00fcr die n\u00e4chste Ausstellung reduzieren auf den Satz: Die Bilder sind jut!<\/p>\n<p>Folge ich im zweiten Artikel der j\u00fcngeren Generation einem Interview mit dem \u00d6konomen Magnus Resch, der 2018 erneut eine Studie zum gegenw\u00e4rtigen Kunstmarkt ver\u00f6ffentlicht hat, kann ich den guten Schmela gleich vergessen. Der Kunstmarkt sei undemokratisch und \u201ein den meisten K\u00fcnsten kann Qualit\u00e4t nicht gemessen werden\u201c (2) Die entscheidenden Netzwerke von Galerien, Sammlern und Museen sind nur wenigen vorbehalten, sie bestimmen, wer Erfolg hat und wer nicht. Alle anderen haben keine Chance. Resch vergleicht den Kunstmarkt mit dem indischen Kastensystem. (3) Den sogenannten Insel-Netzwerkern (4) r\u00e4t er auf die Barrikaden zu gehen. Wie das aussehen soll, verr\u00e4t er nicht. Mein Schwert ist das der Qualit\u00e4t, die nat\u00fcrlich nicht gemessen werden kann wie ein Hochsprung, aber f\u00fcr die es sehr wohl Kriterien gibt. Meine Lanze ist die der Leidenschaft und der Glaube daran, dass Kunst mehr ist als monet\u00e4re Investition. Sie ist Anarchie, Leidenschaft und Utopie. Daraus baue ich meine Barrikade und so gilt auch in 2019, abgewandelt auf eine Berlinerin: \u201eDet Bild is jut!\u201c<\/p>\n<p>Christiane B\u00fchling<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1) Karlheinz Schmid, \u201e\u2018Dat Bild is jut\u2018 Zum Hundertsten: Erinnerung an den D\u00fcsseldorfer Galeristen Alfred Schmela\u201c, \u00a0in: Kunstzeitung November 2018, Nr. 267, S. 1, Hrsg. Lindinger + Schmid<br \/>\n2) Silke Hohmann, \u201eUnternehmer Resch \u00fcber k\u00fcnstlerischen Erfolg \u201aDer Kunstmarkt ist undemokratisch\u2018&#8221;, Monopol Magazin Online, 14.11.2018<br \/>\n3) vgl ebenda<br \/>\n4) vgl ebenda<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dat Bild is jut Auf meinem Schreibtisch liegen noch zwei Artikel vom November des alten Jahres, die ich zur\u00fcckgelegt hatte,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-6810","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6810","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6810"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6810\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10466,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6810\/revisions\/10466"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6810"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6810"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6810"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}