{"id":3250,"date":"2017-03-05T19:15:31","date_gmt":"2017-03-05T18:15:31","guid":{"rendered":"http:\/\/cundkgalerie.de\/txm\/?p=3250"},"modified":"2018-03-24T11:55:19","modified_gmt":"2018-03-24T10:55:19","slug":"april-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/april-2014\/","title":{"rendered":"Eric Fischl und Niels Sievers<br>April 2014"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eric Fischl und Niels Sievers<\/strong><\/p>\n<p>Aus meinem Schreibtischstapel krame ich heute wieder das wunderbare Interview mit Eric Fischl aus der ZEIT vom 20.2.2014 hervor (DIE ZEIT N\u00b0 9, Feuilleton S.47). Wie sehr spricht er mir aus der Seele mit seinen Gedanken.<br \/>\n\u201eDass die Bilder etwas dar\u00fcber erz\u00e4hlen, was es eigentlich hei\u00dft, auf der Welt zu sein. \u00dcber unsere Gef\u00fchle, unsere Sehnsucht, dar\u00fcber, wie wir einander wahrnehmen.\u201c Zwei Fragen weiter sagt er: \u201eDie Leute wollen Kunst sehen, aber sich nicht wirklich in sie hineinziehen lassen\u201c.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte ihm zurufen: \u201eJa, das sehe ich auch so.\u201c Und ich m\u00f6chte ihm sagen, dass wir versuchen, genau solche K\u00fcnstlerInnen auszustellen, keinen sch\u00f6n polierten Glitzerkram. Unsere erste Ausstellung mit Angelika Arendt geh\u00f6rte dazu, aber auch unsere zweite mit Malerei von Niels Sievers \u201eIt&#8217;s all wrong\u201c. Ich w\u00fcnschte mir, Eric Fischl k\u00f6nnte die Arbeiten seines jungen Kollegen anschauen. Vielleicht finde ich einen Weg, ihm den Katalog zuzusenden, f\u00fcr den ich den Text geschrieben habe, denn er trifft denselben Nerv. Noch dazu bem\u00fche ich die Poesie und die Romantik, die auch nicht gerade zum angesagten Gespr\u00e4chsstoff geh\u00f6ren.<br \/>\nHier ein kleiner Textauszug mit Gru\u00df an Eric Fischl:<br \/>\n\u2026<br \/>\nDem Maler steht der Sinn nach Tiefgr\u00fcndigerem, und da ist dann doch wieder ein wenig Novalis: Seine Malerei soll uns eine Weite und einen Ort er\u00f6ffnen, an dem wir uns mit uns selbst besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen. So erscheint die Nacht bzw. die D\u00e4mmerung als m\u00f6gliches Angebot, vor\u00fcbergehend einen Raum f\u00fcr m\u00f6gliche Selbsterkenntnis zu betreten. Novalis spricht in seiner 2. Hymne von \u201eunseliger Gesch\u00e4ftigkeit\u201c(2) im irdischen Leben. Wie sehr trifft dies erst auf die Zeiten unseres Medienkonsums, st\u00e4ndig wachsender Anforderungen und Zumutungen und rasanter Beschleunigung s\u00e4mtlicher Arbeits- und Lebensprozesse zu? Haben wir Offenheit und Raum f\u00fcr das st\u00e4ndig \u00fcberforderte Ich nicht bitter n\u00f6tig? Tagt\u00e4glich gehen wir bis an unsere Grenzen, aber ist uns das bewusst? Wann nehmen wir uns die Zeit, die Schwelle der Wirklichkeit bewusst oder unbewusst zu \u00fcberschreiten und uns an Zwischenbereiche zu wagen? Wie oft h\u00f6rt man viel besch\u00e4ftigte Menschen unserer Zeit damit prahlen, dass sie nur mit sehr wenigen Stunden Schlaf auskommen. Sie verkennen wie gut es sein kann, sich der Nacht hingebungsvoll zu \u00fcberlassen, unseren Tr\u00e4umen, unseren \u00c4ngsten, unseren Hoffnungen, unserer Vergangenheit, unserer Zukunft. Die Nacht ist die Stunde der D\u00e4monen und der Engel, beide geh\u00f6ren zum Leben und zur Kunst, jedoch ist f\u00fcr ihre Stimmen im lauten Alltagsgetriebe wenig Zeit. Sie bedingen sich gegenseitig, die Bedrohung macht den Wunsch nach besch\u00fctzt werden erst m\u00f6glich und umgekehrt. Uns von den Alltagsgesetzen zeitweise zu l\u00f6sen und uns auf unsere inneren Welten einzulassen lautet die Zumutung. \u201eBei Heraklit lesen wir: &#8216;F\u00fcr die Wachenden gibt es eine und allen gemeinsame Welt, im Schlaf aber wendet sich jeder zu seiner eigenen Welt ab&#8217;.\u201c (3)&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eric Fischl und Niels Sievers Aus meinem Schreibtischstapel krame ich heute wieder das wunderbare Interview mit Eric Fischl aus der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-3250","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3250"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3250\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5267,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3250\/revisions\/5267"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}