{"id":3242,"date":"2017-03-05T18:54:26","date_gmt":"2017-03-05T17:54:26","guid":{"rendered":"http:\/\/cundkgalerie.de\/txm\/?p=3242"},"modified":"2018-03-24T12:00:01","modified_gmt":"2018-03-24T11:00:01","slug":"ende-september-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cundkgalerie.de\/en\/ende-september-2013\/","title":{"rendered":"Bilanz der art week<br>Ende September 2013"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bilanz der art week<\/strong><\/p>\n<p>Eine Zugfahrt: Endlich mal ein paar Stunden im St\u00fcck Ruhe, d.h. Revue passieren lassen und lesen k\u00f6nnen. Die art week liegt eine Woche zur\u00fcck. Wie immer ein riesiges Angebot, jeder der etwas mit Kunst zu tun hat, versucht, sich zu pr\u00e4sentieren. Ich f\u00fchle mich \u00fcberfordert wie bei einem Handykauf, so viele Modelle, Varianten und M\u00f6glichkeiten. Mit der Kunst kenne ich mich nat\u00fcrlich besser aus als mit den Handys und doch eine Ohnmacht: Hat man das Wichtige, das Richtige gesehen, der latente Druck, etwas verpasst zu haben, was man doch h\u00e4tte eigentlich und \u00fcberhaupt&#8230;<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Beim Handykauf kenne ich meine Kriterien, einfach und schlicht in der Bedienung, ich will nicht damit Kaffeekochen oder spielen, einfach nur telefonieren. Und in der Kunst ? Auch hier brauche ich nicht den letzten Hype, alle M\u00f6glichkeiten auf einmal und das \u00fcberstylte. Die Kunst soll mich an der Wurzel packen ohne chichi, ohne Champagner und blingbling. Immerhin in der Auguststra\u00dfe gibt es beim Er\u00f6ffnungsfest in erster Linie Bier und Bratwurst, die Schwaden \u00fcberkommen einen schon, wenn man von der Kleinen Hamburger Stra\u00dfe einbiegt. Sp\u00e4ter lese ich in DER ZEIT bei Hanno Rauterberg in seinem Artikel &#8220;In der Erfolgsfalle&#8221; : &#8220;K\u00fcnstler, lasst euch nicht mit Bratw\u00fcrsten abspeisen! Denn Kunst beginnt ja erst da, wo die befriedete Gegenwart endet &#8221; (1) Diese S\u00e4tze sollte man erweitern auf Sammler, Kuratoren, Kunstinteressierte. Unglaubliche Menschenmassen schieben sich durch die Stra\u00dfe und die ge\u00f6ffneten Galerien und Institutionen. Ich ergreife nach kurzer Zeit die Flucht, abgesehen davon, dass man ab 20.00 Uhr eigentlich nirgendwo mehr hereinkommt, ist das keine Atmosph\u00e4re, um sich Kunst anzuschauen. Ob man so wohl Networking macht, nah genug ist man sich ja, vielleicht denjenigen, der neben einem steht kurz aus Versehen mit dem Senf der Bratwurst streifen und schon ist man im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>&#8220;Painting Forever&#8221; ist das Motto der artweek und das, wo Richter gerade im Oktober ART Heft erkl\u00e4rt, dass die Riesenkultur der Malerei weg sei und man mit deren Verlust klar kommen m\u00fcsse. (2) Irgendwie alles verwirrend, aber es ist eben wie mit den Handys: Alles ist m\u00f6glich auch in der Kunst, wohin orinetiert man sich selbst, zu welchem Subgr\u00fcppchen der Kunstszene f\u00fchlt man sich zugeh\u00f6rig. &#8220;To paint is to love again&#8221; ist der von Henry Miller entlehnte Titel der Ausstellung in der Kunsthalle der Deutschen Bank. Das ist doch ein Statement, Leidenschaft, Liebe als Antriebsfeder f\u00fcr die Malerei. Da sehe und h\u00f6re ich schon das Naser\u00fcmpfen der sterilen Fraktion, dass das doch heute kein Kriterium f\u00fcr die Kunst sei.<\/p>\n<p>Da hilft nur eins: Henry Miller lesen, z.B. &#8220;Stille Tage in Clichy&#8221;. Neben den heftig zur Sache gehenden Sexszenen findet sich folgender Satz: &#8220;F\u00fcr einen K\u00fcnstler sind die schlimmen Erfahrungen ebenso fruchtbar wie die guten, manchmal sogar noch fruchtbarer.&#8221; (3) So, Miller sei Dank, ich hab&#8217; die Orientierung wieder und schaue mir einfach nur Ausstellungen und Kunstwerke an, die mich ber\u00fchren, weil Spannungen und\/oder Utopien sich entfalten. Dazu geh\u00f6ren keine nachgestellten M\u00e4rchenmotive, die mit teuren Kost\u00fcmen und Accessoires nachgestellt werden wie in der Modefotografie und aufgeblasen auf viele Meter Fotopapier nur unsere Konsumwelt verherrlichen. cb<\/p>\n<p>1. ZEIT N\u00b040, 26.9.2013, S. 65 , 2. ART Oktober 2013, &#8220;Etwas Besseres als das Malen&#8221;, Text Ralf Schl\u00fcter, S.39\/40, 3. Henry Miller, Stille Tage in Clichy, Lizenzausgabe B\u00fcchergilde Gutenberg, Frankfurt a.M. 2001, S.63<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bilanz der art week Eine Zugfahrt: Endlich mal ein paar Stunden im St\u00fcck Ruhe, d.h. 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