JUBILÄUMSAUSSTELLUNG

DIE HABEN EINEN VOGEL – Die Vogelmänner von Istanbul
30 Jahre Galeristin – Eine Jubiläumsausstellung von Christiane Bühling-Schultz
 
Sonja Alhäuser, Amador, Andreas Amrhein, Axel Anklam, Angelika Arendt, Said Baalbaki, Norbert Bisky, Ali Kaaf, Michael Kalmbach, Helge Leiberg, Jan Muche, A.R. Penck, Franziska Reinbothe, Cornelia Schleime, Nadja Schöllhammer, Niels Sievers, Roland Stratmann, Matthias Stuchtey, Lubomir Typlt, Roger Wardin, Jan Wattjes, Maik Wolf, Filip Zorzor
 
26. Oktober – 30. November 2019/October 26 – November 30, 2019
Vernissage: Samstag, 26. Oktober 2019, 19-21 Uhr/Opening: Saturday, October 26, 2019, 7-9 pm
 
Es erscheint ein Katalog, 42 S., 20 €./A catalogue will be published, 42 pp., 20 €.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Franziska Reinbothe, ohne Titel/untitled, 2019, Holz, Chiffon/wood, chiffon, ca. 110 x 50 x 4 cm

Amador, L' Home ocell, 2019, Polyurethan, Glasfaser, Kunstharz/polyurethane, epoxy resin, glass fibre, 49 x 39 x 18 cm
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Nach 30 Jahren Tätigkeit als Galeristin in Berlin, mehr als zwei Jahrzehnte davon als Teilhaberin der Galerie Michael Schultz und seit fünf Jahren der C&K Galerie mit Karin Rase, zeigt diese thematische Gruppenausstellung viele der Künstler*innen, die Christiane Bühling in diesen Jahren begleitet haben. Vor Jahren ist sie durch den Artikel „Die haben einen Vogel“ von Tillmann Prüfer im ZEIT MAGAZIN (3. Dez. 2015, Nr. 49) auf das Thema der Vogelmänner von Istanbul gestoßen. Berichtet wird über ein Fotoprojekt von Cemre Yeşil und Maria Sturm. Es handelt sich um einen alten Brauch, bei dem sich Männer mit ihren verhüllten Vogelkäfigen in ausgewählten Cafés der Stadt treffen, um ihre kostbaren Singvögel in einen Gesangswettbewerb treten zu lassen. Die wild lebenden Stieglitze, Grünfinken u. a. werden dafür eingefangen. Diese Tradition ist nun vom Aussterben bedroht. Diese kleine Geschichte ist streitbar und anrührend zugleich. Unter übergeordneten Fragen, die in unserer komplexen und in ständigem Wandel begriffenen Welt von Bedeutung sind, haben sich die Künstler*innen malerisch, zeichnerisch und bildhauerisch mit ihr beschäftigt: Was bedeuten uns Traditionen? Was ist für uns wert, bewahrt zu werden, was ist nicht mehr zeitgemäß? Welche kulturell unterschiedlich geprägten Traditionen gibt es, die möglicherweise in einer Kultur geschätzt werden, in einer anderen auf Verachtung stoßen? Wie steht es mit unseren Leidenschaften? Haben wir noch Zeit und Muße, uns ihnen hinzugeben? Wie steht es mit vorschnellen moralischen Kategorisierungen und Urteilen? Hören wir uns noch an, was der andere zu sagen hat? Wie blockiert sind wir durch ein Schwarz-Weiß-Denken?

Entstanden ist ein Vielklang unterschiedlichster künstlerischer Annäherungen an das Thema, der die Ambivalenz von Utopie, Freiheit und Poesie vielschichtig auslotet. Nur in wenigen Ausnahmefällen musste auf vorhandene Arbeiten zurückgegriffen werden, alle anderen sind exklusiv für die Ausstellung entstanden.

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